Mai und Juni sind ein kritischer Zeitraum, in dem Fruchtansatz und Fruchtfall auftreten, und die Anbauer sollten besonders auf den Olivenmotten und die Olivenfruchtfliege achten.
Fruchtansatz und Fruchtfall
Nach der Befruchtung durchläuft der Olivenbaum einen natürlichen physiologischen Fruchtfall – der Baum wirft überschüssige Früchte von selbst ab. Dies ist ein natürlicher Vorgang; wenn der Abfall jedoch übermäßig ist, sind die Ursachen meist Trockenheit unmittelbar nach der Blüte, Nährstoffmangel – insbesondere Stickstoff und Bor – oder Olivenmottenbefall.
Bei unzureichenden Niederschlägen ist eine regelmäßige Bewässerung im Juni und Juli unerlässlich, um den Fruchtfall zu verhindern. Achten Sie außerdem auf Wassertriebe am Stamm und den Hauptästen – diese verbrauchen Wasser und Nährstoffe, ohne zum Ertrag beizutragen.
Olivenmotte und Olivenfruchtfliege
Die Olivenmotte (Prays oleae) wechselt nach der Blüte in ihre karpophage Generation, die junge Früchte befällt. Die Larven bohren sich direkt in die Frucht und zerstören den Kern von innen, weshalb befallene Früchte ohne sichtbare äußere Symptome abfallen. Eine regelmäßige Überwachung mit Pheromonfallen ist unerlässlich, um die Befallsintensität rechtzeitig zu erkennen.
Die Olivenfruchtfliege (Bactrocera oleae) legt zu diesem Zeitpunkt noch keine Eier, aber die Überwachung sollte bereits jetzt beginnen. Sie wird aktiv, wenn die Frucht einen Durchmesser von 8–10 Millimetern erreicht, was typischerweise im Juli geschieht – wer zu spät mit dem Aufstellen der Fallen beginnt, verpasst das frühe Signal und verliert wertvolle Reaktionszeit.
Blattdüngung
Der Baum hat gerade die anspruchsvollste Phase des Jahres hinter sich, daher ist die Stickstoffdüngung unmittelbar nach der Blüte die grundlegende agronomische Maßnahme. Besondere Aufmerksamkeit sollte Bor und Zink gewidmet werden – ihr Mangel verursacht erhöhten Fruchtfall und schwache Steinentwicklung. Die Blattdüngung ist die effizienteste Methode, damit der Baum die benötigten Nährstoffe schnell aufnehmen und eine stabile Fruchtentwicklung im weiteren Saisonverlauf sicherstellen kann.


